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Datengesteuerte Rekrutierung

HR-Analytik und datengetriebene Rekrutierung sind Begriffe, die vor etwa zehn Jahren noch nicht einmal auftauchten. Heute wird dies als die Zukunft der Rekrutierung gesehen. Aber was ist eine datengesteuerte Rekrutierung, und bedeutet dies, dass der menschliche Rekrutierer aus dem Rekrutierungsprozess herausgenommen wird? Da uns dieses Thema als Visser & Van Baars sowohl aus unserem Fachgebiet als auch aus unserem Kerngeschäft interessiert, erzählen wir dir gerne mehr darüber.

Was ist Data Driven Recruitment genau?

Die datengesteuerte Rekrutierung unterscheidet sich eigentlich nicht von den anderen datengesteuerten Spezialisierungen, die wir in den letzten Jahren beobachten konnten. Die Einstellung von Mitarbeitern ist ein komplexer Prozess, der mit dem Lesen von Lebensläufen und der Auswahl geeigneter Kandidaten beginnt. Danach kann es zu Interviews für Recruiter oder HR-Mitarbeiter führen. Das sind alles Daten, die bis vor kurzem von Personalverantwortlichen und Personalbeschaffern manuell bearbeitet wurden, um die richtige Übereinstimmung zu finden. Um diesen Prozess effizienter zu gestalten, wird die datengesteuerte Rekrutierung eingesetzt. Es sind nicht mehr die Menschen, die entscheiden, ob ein Kandidat für die Stelle geeignet ist, sondern ein Algorithmus. Natürlich kommt diese Entscheidung nicht von ungefähr. Basierend auf Tausenden von Merkmalen und großen Daten kann ein Algorithmus einen Lebenslauf verwenden, um den richtigen Kandidaten für ein Videointerview zu finden. So übernimmt zum Beispiel die Software die erste, zeitaufwändige Selektion und ein Rekrutierer aus Fleisch und Blut übernimmt sie nach dieser Phase.

Wer das für Science-Fiction hält, irrt sich übrigens: Unternehmen und Institutionen wie die Europäische Kommission, Aegon, Adecco, Hunkemöller und BMW beispielsweise haben bereits mehr oder weniger die Software zum Screening von Kandidaten eingesetzt. Für diese Unternehmen haben Chatbots die erste Auswahl getroffen und auch die schlechte Nachricht an die Aussteiger gebracht.

Die Vorteile

Das mag beängstigend klingen, aber Software hat weniger (unbewusste) Vorurteile als menschliche Rekrutierer. Trotz der Tatsache, dass im Rahmen des Rekrutierungsprozesses alles getan wird, um den Prozess gerechter zu gestalten, bleibt die Vielfalt in einigen Berufsgruppen und Arbeitsbereichen etwas fehl am Platz. Es ist bewiesen, dass Sprache, Sprechmuster und Mimik viel über die Persönlichkeit eines Menschen aussagen. Mit den richtigen Algorithmen können Sie ein gutes, ausgewogenes Team mit allen Fähigkeiten und Persönlichkeiten bilden, die Sie brauchen. Kombinieren Sie dies mit einer immer intelligenteren KI und Sie haben ein großartiges Rekrutierungstool in der Hand.

Gerade für uns kann eine solche Software von großem Nutzen sein. Da alle Screenings auf die gleiche Weise durchgeführt werden, können wir Kandidaten ehrlich und auf der Basis unabhängiger Daten vergleichen. Spiele werden schneller durchgeführt und erste Gespräche können dort stattfinden, wo und wann es dem Kandidaten passt. Wir können auch die Daten der Kandidaten mit denen der Kunden vergleichen und so eine gute Analyse des Marktes liefern.

Die Nachteile

Die Software hat sicherlich Vorteile, die dafür sorgen, dass der Rekrutierungsprozess fairer und effizienter wird, aber es gibt auch Nachteile. Der "Klick" im Bereich der Kultur beispielsweise ist mit einer Maschine viel schwieriger zu messen. Es ist auch schwierig für einen Kandidaten, ein Unternehmen anhand von automatisch generierten Fragen zu beurteilen, die dir die Software stellt. Darüber hinaus gibt es Zweifel, ob Webcams und Frontkameras derzeit gut genug sind, um subtile Unterschiede zwischen realem und gemachtem Gesichtsausdruck zu erkennen.

Es gibt auch keinen Raum für Fragen des Kandidaten während des ersten Interviews. Die Chatbots sind derzeit noch nicht darauf ausgelegt, (komplexe) Fragen selbst zu beantworten, sie können nur komplexe Antworten analysieren. Da wir in der Praxis feststellen, dass die Kandidaten bereits viel über ihre Vorlieben, Kenntnisse und Fähigkeiten in den von ihnen gestellten Fragen aussagen, sehen wir hier sicherlich einen Mangel.

Wie sieht die Zukunft des Recruitments mit diesen Entwicklungen aus?

Die datengetriebene und KI-Welt entwickelt sich rasant. Die Software ist im Moment nicht perfekt und benötigt noch viel menschlichen Input, um zu einem ersten Screening zu kommen. Auch das zweite und dritte Interview werden (vorerst) von Menschen geführt. Die Person ist also noch nicht aus dem Rekrutierungsprozess verschwunden.

Wir können nicht leugnen, dass sich dies auch in Zukunft mit besser entwickelter Künstlicher Intelligenz ändern wird, aber es ist schwer vorherzusagen, wie schnell dies geschehen wird. Wir sehen jedoch, dass die datengesteuerte Rekrutierung immer weniger experimentell und immer häufiger eine "Best Practice" ist. Welche Methode Unternehmen auch immer anwenden, die Rekrutierung wird immer ein kontinuierlicher Prozess sein. Die Zusammensetzung der Teams muss im Gleichgewicht gehalten werden, und die Unternehmen müssen stets nach Möglichkeiten suchen, den Rekrutierungsprozess zu verbessern und zu beschleunigen. Der menschliche Faktor wird nicht so schnell verschwinden, aber die Rolle des Menschen in diesem Prozess wird sich ändern.